TEDDY Directors Exchange #2

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Directors exchange #2

Filme, die sich dem Mainstream widersetzen, rassistische Strukturen hinterfragen, Genre-Konventionen aufbrechen und queere Widerständigkeiten ebenso wie Geschlechter- und Körperpolitiken verhandeln, bilden einen zentralen Bestandteil des diesjährigen Programms. Dieser Austausch setzt sich mit der Bedeutung dieser Arbeiten im Verhältnis zum gegenwärtigen kulturellen und politischen Moment auseinander und fragt, ob und auf welche Weise diese Filme über die Leinwand hinaus wirksam werden können.

Datum: Montag, 16.02.26

Ort: HUB75, Marlene-Dietrich-Platz 1, 10785, Berlin

Beginn: 11:00 Uhr

Freier Eintritt

Moderation:

Djamila Grandits

Djamila Grandits 

Kulturarbeiterin, Kuratorin, Filmprogrammerin 
Pronomen: sie/ihr

Djamila Grandits ist eine in Wien ansässige Kuratorin und Filmprogrammerin. Sie ist Teil von CineCollective und D—Arts. Derzeit arbeitet sie im Vorauswahlkomitee der Berlinale Panorama. Zuvor war sie Mitglied der Non-Fiction-Kommission der Zürcher Filmstiftung. In der Vergangenheit programmierte sie u. a. für die Diagonale, DOK Leipzig, das Kasseler Dokfest, sixpackfilm, frameout sowie tricky women - tricky realities. Ihre kuratorische Praxis ist geprägt von Fürsorge und Neugier für Praktiken des bewegten Bildes sowie für kollektive und spekulative kuratorische Bewegungen.

Regisseur*innen:

Natalie Erika James

Natalie Erika James 

Regisseurin, Saccharine, Berlinale Special 
Pronomen: sie/ihr 

Natalie Erika James ist eine japanisch-australische Autorin, Regisseurin und Produzentin, die sich auf düstere Genre-Erzählungen mit emotionaler Tiefe spezialisiert hat. 

Ihr psychologisches Horrorfilmdebüt RELIC feierte 2020 beim Sundance Film Festival Premiere und wurde von der Kritik begeistert aufgenommen. Anschließend lief der Film auf zahlreichen Festivals, darunter BFI, SXSW und Sitges, wo er mit einer Besonderen Erwähnung für die Regie ausgezeichnet wurde. RELIC erhielt außerdem eine Nominierung als Bester Spielfilm bei den IFP Gotham Awards 2020 sowie Nominierungen für Bester Film, Beste Regie und Bestes Drehbuch bei den AACTA Awards 2020. 

RELIC ist mit Emily Mortimer, Bella Heathcote und Robyn Nevin besetzt und wurde von Carver Films in Zusammenarbeit mit Jake Gyllenhaals Nine Stories sowie den Russo Brothers’ AGBO Films produziert. Der Film erschien im Juli 2020 in den USA über IFC Midnight sowohl digital als auch im Kino. Natalie Erika James schrieb zudem gemeinsam das Drehbuch und führte Regie bei APARTMENT 7A, einem Prequel zu ROSEMARY’S BABY für Paramount Pictures, mit Julia Garner, Dianne Wiest und Jim Sturgess in den Hauptrollen. 

Ihr jüngster Spielfilm SACCHARINE ist ein psychologischer Body-Horror-Film mit Midori Francis, Danielle Macdonald und Madeleine Madden. Der Film feierte seine Premiere beim Sundance Film Festival 2026 und entstand in Zusammenarbeit mit Carver Films, XYZ Films, Stan, Maslow Entertainment, Screen Australia und Screen Victoria. 

Gaël Kamilindi 

Gaël Kamilindi 

Regisseur, Taxi Moto, Berlinale Shorts 
Pronomen: er/ihm 

Gaël Kamilindi, ursprünglich aus Ruanda stammend, absolvierte 2011 das Nationale Konservatorium für Schauspielkunst in Paris. Seither arbeitete er mit Regisseuren wie Bob Wilson, Jean-Pierre Vincent, Krzysztof Warlikowski, Denis Podalydès, Ivo van Hove und Thomas Ostermeier zusammen. Zudem kollaborierte er mit Filmschaffenden wie Mona Achache, Philippe Garrel, Éléonore Pourriat, Stéphane Ly-Cuong, Mélanie Laurent und Catherine Corsini. Seit Februar 2017 ist er Mitglied der Comédie-Française. Im Jahr 2024 realisierte er gemeinsam mit François-Xavier Destors seinen ersten langen Dokumentarfilm Didy. Der Film kam am 5. Februar 2025 in den Schweizer Kinos heraus und wird im April 2025 in Frankreich veröffentlicht. 

Der Film wurde auf zahlreichen Festivals ausgewählt, darunter Visions du Réel, IDFA, das Pessac History Film Festival, Encounters und FESPACO, und erhielt unter anderem den Preis für den Besten Dokumentarfilm beim Mashariki African Film Festival sowie beim Brussels International Film Festival. In Stockholm wurde er beim Tempo Documentary Festival mit dem Jugendpreis ausgezeichnet und erhielt zudem den AGNÈS-Preis beim FIFF in Namur. Zwischen 2021 und 2024 co-regisierte Gaël Kamilindi gemeinsam mit Ozal Emier die vollständig selbstproduzierte, poetisch-experimentelle Trilogie Les resquilleurs (35 Minuten). 

Faraz Shariat

Faraz Shariat

Regisseur, Prosecution, Panorama
Pronomen: er/ihm

Faraz Shariat ist ein deutsch-iranischer Filmemacher, dessen genreübergreifendes Coming-of-Age-Spielfilmdebüt Futur Drei 2020 auf der Berlinale Premiere feierte und dort auf große Resonanz stieß. Im Anschluss gewann der Film zwei Teddy Awards des Festivals, für den Besten Queeren Film sowie den Leser*innenpreis. Produziert von seiner eigenen Produktionsfirma JÜNGLINGE und teilweise autobiografisch geprägt, erzählt Futur Drei die Geschichte eines selbstbewusst geouteten, in Deutschland geborenen Iraners der zweiten Generation, der sich in einen iranischen Geflüchteten verliebt, der erst kürzlich im Westen angekommen ist. An der Schnittstelle von Rassismus, Migration und Sexualität in einer modernen, multikulturellen Gesellschaft angesiedelt, beschreibt Faraz Futur Drei als explizit „feministisch, antirassistisch und queer“ in seiner Erzählweise und als Beispiel für „Activist Popcorn Cinema“ – ein filmisches Genre, das eine breit zugängliche Popkultur-Ästhetik nutzt, um gesellschaftlich brisante Fragen von Identität und Gemeinschaft zu verhandeln.

Seitdem führte Faraz Regie bei mehreren Episoden der vielfach gefeierten Serienadaption DRUCK sowie bei der britischen High-End-Horror-Komödie THE BABY (HBO/Sky) und der deutschen True-Crime-Anthologieserie ZEIT VERBRECHEN (Paramount+). Zudem war er als Executive Producer an SCHWARZE FRÜCHTE (ARD) beteiligt, einer Dramedy, die im Juni 2024 beim Tribeca Film Festival Premiere feierte und im Oktober 2024 in Deutschland breite Anerkennung durch die Kritik erhielt.

Faraz Shariat ist Fellow der Villa Aurora in Los Angeles und entwickelt derzeit gemeinsam mit Ottessa Moshfegh sein englischsprachiges Spielfilmdebüt THE BEACH BOY. Sein zweiter Spielfilm Staatsschutz wird 2026 in den deutschen Kinos erscheinen.