The Watermelon Woman
Cheryl, eine angehende Filmemacherin, lesbisch und Schwarz, jobbt in einer Videothek. Bei Recherchen zu Schwarzen Lesben in der Filmgeschichte stößt sie auf eine Nebendarstellerin im Südstaatenmelodram Plantation Memories, die im Vorspann als „The Watermelon Woman“ ausgewiesen ist. In Interviews und mit Found-Footage-Ausschnitten klärt Cheryl ihre Identität: Fae Richards war als Sängerin eine Club-Größe in Philadelphia und sie hatte eine Beziehung mit der weißen Regisseurin des Films, was deren Schwester jedoch bestreitet. Aufklärung erhofft sich Cheryl von Faes langjähriger, allerdings hochbetagter Lebensgefährtin.
Höchst sinnlich verwirbelt Cheryl Dunye die „Queer Media Studies“ mit einem Crush ihrer Heldin für eine weiße Akademikerin. Zugleich liefert ihre Mockumentary ein profundes Beispiel für die Aneignung der eigenen Geschichte durch eine ausgeblendete Minorität mit Mitteln der Fiktion, wobei ihre Interviews, unter anderem mit der Kulturhistorikerin Camille Paglia im (fiktiven) Center for Lesbian Information and Technology (CLIT), unbedingte Seriosität vorspiegeln. The Watermelon Woman wurde bei der Berlinale 1996 mit dem Teddy für den Besten Spielfilm ausgezeichnet.
Details
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Länge
83 min -
Land
USA -
Vorführungsjahr
1997 -
Herstellungsjahr
1996 -
Regie
Cheryl Dunye -
Mitwirkende
Cheryl Dunye, Guinevere Turner, Lisa Marie Bronson, Irene Dunye, Brian Freeman, Camille Paglia, Cheryl Clarke, Valerie Walker, Ira Jeffries -
Produktionsfirma
Jingletown Films -
Berlinale Sektion
Sondervorführungen & -veranstaltungen -
Berlinale Kategorie
Spielfilm -
Teddy Award Gewinner
Best Feature Film
Bilder aus dem Film
Biografie Cheryl Dunye
Geboren 1966 in Monrovia, Liberia. Nach Abschluss des Studiums an der Rutgers University’s Mason Gross School of the Arts in New Jersey begann sie Filme zu drehen, in denen sie auch Hauptrollen übernahm. War 1995 mit GREETINGS FROM AFRICA erstmals im Panorama-Programm vertreten. Wurde 1996 für THE WATERMELON WOMAN mit dem Teddy ausgezeichnet. Unterrichtet am Department of Film and Media Arts an der Temple University, Philadelphia.
Filmografie Cheryl Dunye
1992 Vanilla Sex | 1993 Untitled Portait | 2004 My Baby´s Daddy